Skip to main content

Full text of "Den stenografirenden Slaven"

See other formats


Den' stenografirenden Slaven. 

Em Grmndriss 

der polnisehen unci rutlienisclien Stenograflc 

Denkschrift 

an sammtliclio slaviscbcn Veroine, Kranzchen unrl Lelirer 
dor Stenograflc Gabelsberger'scher Schule. 

Verfasst von 

LUBIN OLEWINSKI. 



Prois 50 kr. o. W. 

Der Erlos ist ssur Forderung der stenografischen Typenanachaffung 
in Wien gewidmet. 

(% IS68 

L e m b e r g. 

Buchdruckerci von E. Winiarz. 

1863. 



it 



9W 



o% Tt 2f68. 



Promemoria $*£-£ 

An sammtliclie slavischen Vereiite , KrAnzchen unci Lehrer 
der Stenografle der Gabelsberger'schen Schule. 

Um eine Einheit in der Schreibweise nach Ga- 
belsberger's Principe unter una Slave n schon jetzt in 
der ersten Entwicklung der slavischen Stenografle an- 
zubahnen, ergreifeich die Initiative, und legesammt- 
lichen slavischen Stenografen-Vereinen nnd Arbeitern 
auf diesem Felde, einige Grundziige der von rair durch- 
gefiihrten Ubertragung des Gabelsberger'achen Systems 
in die polnische und ruthenische Sprache, zur geneigten 
vorurtheilsfreien Wiirdigung, Begutachtung, und 
— wenn gefallig — Annahme als Materiale bei ihren 
ferneren Arbeiten vor. 

Bei Ubertragung des Gabelsberger'schen Systems 
in unsere Sprachen, welche sammtlich dieselben Stamme 
und die grosste Ahnlichkeit der Formen haben, miissen 
wir den Grundsatz beherzigen, dass es unsere Pflicht 
sei, nicht bloss Gabelsber'gers Principe, sondern auch 
den von ihm aufgestellten Zeichen und Symbolisirungen 
n\oglichst treu zu bleiben; und es sei unser Streben 
dahin gerichtet, dass die in unseren Sprachen aufgestellten 
Bezeichnungen nicht nur den slavischen Stammen unter 
einander, die wir nur durch Sprachdialekte ge- 
trennt sind, ihrer Gleichmassigkeit nach verstandlich 
sondern dass selbe jedem, auch einer anderen Sprache 
angehorigen Gabelsbergerianer lesbar werden; ferner, 
dass jeder Slave, der die deutsche Sprache kennt, 
und seine vaterlandische Stenografle erlernt hat, nicht 
nothig hatte, die deutsche Stenografle vom Grund aus 
zu studiren. 



Indem nun die slavischen Sprachen audi andere 
Klange als die deutsclie haben, so sei unsere Aufgabe, 
das beim Ubertrag aus der deutsclien Stenografie uns 
Fehlende, nicht durch Verwechslung der Zeichen, als viel- 
mehr durch eigene, leicht fassliche, eine Abgewohnung 
des schon Erlernten nicht erheischeiide Bezeichnungen zu 
erganzen. und so die slavische Stenografie der Gc- 
sammtheit der Gabelsberger'schcn Schule zuganglich zu 
machen. 

Dies sind wir dem Geiste Gabelsberger's schuldig! 

Da aber unter den slavischen, die polnischeSprache, 
nachst einer hervorragendenBildung, die meisten Klange 
besitzt , so diirfte es kaum befremdend erscheinen, wenn 
wir d i e p o 1 n i s c h e S t e n o g r a f i e , bei deren Aufstellung 
die anderen slavischen Dialekte und sammtliche slavi- 
schen Sprachidiome beriicksichtiget wurden, z u r G r u n d- 
lage einer slavischen Stenografie beantragen. 

Fern von der Absicht, mich mit meiner Arbeit den 
Slaven aufzuwerfen, biete ich den Grundriss meines 
Ubertrages der deutsclien Stenografie in die polnische 
und ruthenische Sprache, sowie die auf sammtliche slavi- 
schen Sprachen Bezug habenden Bemerkungen hiemit dar, 
einzig mir von dem uneigenniitzigen Wunsche geleitet, 
dass Diejenigen, welche auf diesem Felde ihre Arbeit 
begonnen haben, aus dem anfolgenden Materiale Et- 
welches schopfen konnten , was uns als Stammverwandte 
dem gemeinsamen Ziele in der Zeichenschrift anzu- 
nahern vermochte. 

Ich gebe mich somit der Hoffnung hin, dass durch 
diese Vorlage mein guter Wille nicht wird missver- 
standen werden. 

Lemberg 16. October 1864. 

tjubin OlewiSifiki. 



Grundriss 
der polnischen und ruthenischen Stenografie. 



1. V o k a I e: 

- / 1 

a, e, i, 0, U, Q, ^ (ruth. y,das ist ll); die Vokalstriehe sind : a, 6, 1. 

Der Vokal a ist der Grundton der slavischen Sprache , 
alVnlieh wie in der deutschen der Vokal e. 

Das schriftbildliche Zeichen des Vokals e (en) ist entstan- 
d^n, indent der Vokalstrich 6 durch den auslautenden Nadenlaut 
in eine Schlangenlinie vertoraridelt wird. Rs steht uns frei n 
statt e zu setzen, wenn dadurch keineUnklarheit entsteht z. B: 

beben. reka. 

Bei diesein letzteren und ahnlichen Wortern muss e ausge- 
driickt werden, sonst konnte man stait *r§ka* „ranek" lesen. 

In einigen slavischen Spraehen klingt i, in andoren U und 
QU in jenen Wortern, in denon wir Polen ^ und Q aussprechen, 
dies veranlasste mich fur die ruthenische Sprache ein zweites 
U aufzustellen, und zwar dasselbe Zeichen, mit welchem wir ^ 
bezeichnen, (d i. das deutsche ng), welches Zeichen verbindungs- 
fiihiger als das gowohnliche u ist, und zumeist nur in derMitte 
und am finde der Worter geschrieben wird. In eirier Sprache, 

1 



wo oft fiinf Vokallaute neben einander zu stehen kommen, 
kann fur U ein schreibfliichtiges Zeichen nur erwiinscht sein. 

Beide Vokale ^ mid Q werden stets geschrieben, und 
haben keine Bymbolischen Merkmale. Selbe lassen sich keines- 
wegs in der polnischen Sprache durch ihre Stammvokale O und 
e subsistuiren , weil Undeutlichkeit und Zweideutigkeit enstehen 
das Widerlesen nur dadurch erschwert, und die polnische Ste- 
nografie den anderen slavischen Sprachen nnverstandlich ware, 
z. B. w bok* und sollte bedeuten „b^k", 
L^,<U, v->, w doba u Und soil heissen .daj)* (Seite und 

Bremse, Tag und Eiche); und statt w r§ka tt (Hand) kflnnte „rak tt , 
oder auch w raka" (Krebs) gelesen werden 

t Ausser obigen haben wir noch die Vokale y, 6, 0; selbe 
werden durch ihre Stammvokale i, u, 6, deren Klang sie auch 
stets haben, vertreten. 

Im Ruthenischen sind fiinf i: (i y *, 6, U y bl); die ersten 
drei werden gleich dem polnischen und deutschen i, die beiden 
jetzteren gleich dem polnischen y behandelt. 

Den Laut y (oder tl) durch das deutsche u ausdriicken zu 
wollen, ware mehr als blosser Irrthum ; y stammt javon jfc.und 
nicht von u ab. Auch glauben wir kaum , dass es Jeraandem 
ejnfallen . wiirde, uj in offenen d. i. in getrennten Sylben durch 
da$ deutsche ii zu vertreten, wie z. B. beim Worte w czujete. tt 



II. Doppeljotalaute. 

Wir haben eigentlich keine Doppellaute, weil das i yor 
oder nach alien iibrigen Vokalen in j verwandelt wird. Wir 
nennen diese Laute Doppeljotalaute, und behandeln solche 
in der Stenografie ahnlich. wie in der deutschen die Doppel- 
laute behandelt werden: 

ja, je, ej f je, j§ (ruth, io), jo auch oj , aj, uj, au, 
(letzteres ist Doppellaut fiir fremde Worter). 



— 3 — 

In den slavischen Sprachcn ist der Klang je vorherschend. 
Es gilt demnach das im Deutschen fur ei aufgestellte vokalische 
Merkmal d. i. die schiefe Ebene bei uns fur den Doppeljotalaut 
je, welcher audi die Laute ie, ai, ia vertritt z. B: 

jego, bieda, djabel, miat , miele, wiek, wiara, tujemnie, ziemia, zjadl, 

kwiat, wiatr, faec, tjalek, cialo, pieklo. 

Am Ende der Worter wird ej schriftbildlich durch eine 
horizontale, und nur mit dem Anlaute n durch die aufsteigende 
Linie bezeichnet: 

dalej , malej , danej , mniej. 

Der Doppeljotalaut j§ verwandelt in Folge seines nasalen 
Charakters alio je Linien in Schlangenlinien. (Ausgenommen ist 
das Wort cie, welches durch das scliiefe verkleinerto t oberhalb 
der Linie bezeichnet wird) : 

../.. z^ c^ &<~ ^ 
cie, mi**, bielojg, wigdnie, soieto, objeto, pieknie, mieta, pied, umiojetnoid, 

Der Doppeljotalaut oj und jo ist das flach verlangerte O : 

^ .—-. M biore , hojnie , moje , moich. 



III. K 11 s 11 Ante 11. 

Als Grundzoichen des Alphabets dienen folgendo Gabelsber- 
gqr'sche Mitlaute: 

^ x e // z 7 9 > / „ 1 c ^ 7/ t» /Z ^/ 
I, r, d, t, m, n, g, h,. j, k, b, w, p, f, s, c, z, i. 

r 



— 4 — 

Fur den Mitlaut z ware die vergrosserte 8 Schlinge 
zu wenig verschmelzungsfahig; es wurde daher ein zweites 
Zeichen aufgestellt, und zwar das deutsche j, in kleinerem Mas- 
stabe auf dor Linie : 

ziemia, zna, ojczyzna. 

Fur i wahlten wir das ahnlich lautende deutsche fcfc. 

Im Ruthenischen kommt g fast gar nicht vor; denmach 
wird daselbst h (rj durch g vertreten, welches Zeichen schreib- 
fliichtiger und verbindungsfahiger ist : 

,? rpoara4a (poln. gromada), Aotfporo (poln. dobrego). 

Der Mitlaut w hat zwei Fonnen und vier Bezeichnungen ; 
dte erste Bezeichnung ist stets am Anfange der Worter, die 
anderen drei dienen vielmehr als Zeichen der Verschmelzung 
des W mit anderen Buchstaben : 

w, ' wedfe,^aw, lew, brew, krew, kr<5l5w, kt*6fowi. 
Eine grossere Ausdehnung und Verdichtung der langen 
Schlingen ist auch charakteristisches Merkmal dieses Konsonanten : 

^y^ iwawa, dzwonil, ozwartek, czworO. 

V Es stellt simi demnach heraus, dass w in vielen Wortern 
ausgelassen werden kann, ohne hiebei ganzlich seine Charakte - 
ristik zu verlieren. Uni aber in anderen Fallen die unbequeme 
Verbindung des w zn erleichtern , wird dieser Buchstabe auf 
eine eigenthumliche Art verbunden; wie wir dies weiter nnten (in 
der Vokalisationslefare) uachwefsen werden. 



IV. Ziisammengesetzte abgcleitete und modifizirte Zeichen. 

fj, Wfc * ^ , /, / , 3 cr etrZ , ~ , ^ 

eh, sc, st,^p, ks,<w, , dys, kw v <tw, stw, nie, kie, naj. 
Vpn diesen Zeichen ist dz ahnlich dem deutschen „dies u : 
kw, twr, stw, sind die betreffenden Buchstaben mit W ver- 



— 5 — 

schmolzen; nie (ruth. He) wird wie das deutsche *ein" ge- 
schrieben, indem bei uns Slaven , wie bereits bomorkt wurde , 
der Laut je vorherschend ist. Aus ahrilicher Ursache ist kid 
das flach verlaugei)te N k. ( &. ( £ p*£ r» e 

by, rz, 6w, sc, cz, szcz, sz, rlzie. 

by ist entstanden, indem man dem b die spitze Form 
gibt, ahnlich wie im Deutschen in dem Worte „glaubig". 

rz. Im Ruthenischen habe ich dieses Zeichen fur ri (p*) 
gewahlt, weil in dieser Sprache das polnische rz oft durch den 
Laut ri vertreten ist z. B. „rzecz u (ruth, pt'ili). 

6w entsteht durch die Verbindung des u mit derzweiten 
Form des w. Im Ruthenischen bedeutet dieses Zeichen iw (^BTj), 
indem der Vokalstrich des i mit diesem W verbunden, eine 
ahnliche Form erhalt; und weil in der ruthenischen Sprache 
iw dieselbe Bedeutung wie das polnische <Sw hat 

id. Fur das erweichte st' (Clb), welches in der polni- 
sclien Kurrentschrift mit id geschrieben wird, habe ich die 
umgestiirzte Schlinge des S gewahlt. Am gehorigen Orte werde 
ich den Griind hiefiir nachweisen. 

CZ. Die erste der oben angefiihrten Bezeichnungen wird 
nur am Anfange der Worter und nur selten geschrieben. Ich 
wahlte diese Bezeichnung, indem CZ von C abstahimt, folglich 
auch oftmahls durch C vertreten werden konnte. 

SZCZ ist 8 verbunden mit den obigen beid^n CZ Zeichen. 

Ich begreife, dass diese Zeichen sehr unbequem und schwer- 
fallig sind. Zur Wahl dieser zusammengesetzten Bezeichnung 
leitete mich der Umstand, urn eben keine eigenen Zeichen auf- 
zustellen, und hiedurch die Hauptklange zu verlieren; denn nur 
durch diese Zusammensetzung wird es uns ermoglicht, sich kiir- 
zer und deutlich in der Stenografie auszudriicken, wie ich dies 
weiter unten auseinandersetzen werde. Auch habe ich fur 

SZ aus obigem Grunde die Zusammensetzung der Buch- 
staben aufgestelt, und zwar s mit &. 



— 6 — 

dsie, wird mit di und e geschrieben. Auch betreff dieser 
Bezeichnung werde ich die Aufklarung geben. 

mm, ww, tt, czoze , czci , papier etc. 
Die Verdopplung der Buchstaben mittelst der Schlinge ist 
in unserer Stenografie aufrecht erhalten. 



V. V o k a 1 i s a t i o n s 1 e h r e. 

In der potnischen und ruthenischen Stenografie fand durch- 
gehends keine Abweichung von der Gabelsberger'schen Vokali- 
sationslehre statt; wir trachteten nur dieselbe fiir unsere 
Sprachen anzupassen. Inwiefern wir diese Autgabe gelosst 
haben, und ob selbe auch fur die anderen slavischen Sprachen 
angewendot werden kann, wolle aus der nachtolgenden Zusam- 
inenstellung ersehen werden. 

V o k a 1 «,. 

Nachdem dieser Vokal in f unserer Sprache der allge- 
meinste Selbstlaut ist, so ist Gleichmass sein vokalisches 
Merkmal, welches bei offenen- Sylben, deren Auslaut a ist ? 
durch gleichmassige Verbindung der einzelnen Zeichen ausge- 
drttckt wird z. B. ^ „ ^04,SM^A 

dama, jama, gada, pada. 

Weil aber dieser Vokal zugleich der kraftigste, und in 
der Tonleiter zwischen i und U in der Mitte stehender ist, so 
ist auch Kraft und Mitte sein vokalisches Merkmal. 

Ist nun der Vokal a Innlaut, so wird derselbe durch Ver- 
st^klfng'Mes vorlic'r'gehendcn Konsonanten bezeichnet: ) ^ 



dam , jam , gad , pad. 

Wenn eino Verwcchslung mit e eintreten konnte, wird 



— 7 — 

ebenfalls der Vokal a durch Verstarkung des vorhergehenden 
Buchstabens ausgedriickt : e/? #ft ^ ^ v ~ ~ # // 

dach , dech , Ian , Ion , iar, &6r. 
ImFalle, wenn der vwltepgeliendo Mitlaut keinen Schatten- 
strich hat, wird a durch Verstarkung des n^ifolgettden be- 
zeichiiet: £ I I , , , , ^(U:„) 



tarn , tama , tarnie , farba , pad , pada , oltars. 

Die Stellung in der Mitte findet statt, wenn kleine Zei- 
chen vor oder nach mittleren stehen, und a Innlaut ist. . 

In offenen Sylben werden audi die kleinen Buchstaben 
auf der Linie gezeiehnet: 

nad, nada, ram, rama, mar, mara, marnio, sam, sama, walnie. 
Eine Ausnahme von der obigen Bezeichnung findet bei dem 
flach verlangerten nie statt, welches nach a die Stellung in 
der Mitte annimmtf ^^y/ ^ V I % $**&"**" 

r/^/ yw/y^ **+* dnie , dame, mniemanie. 

Vor b, 1, r, wird das- anlautende a mit Vorstrich aus- 
gedriickt, sonst aber schriftbildlich bezeichnet: 

*" 1/ '^^fi^Jfs/ r / 
Abel, archa, alt, agat , akt, atak. 
Als Auslaut wird a mit dem Vokalstrich nach 
8, Z; und schriftbildlich nach f, t, k, nie, bezeichnet: 

taca , mala , fala ( kasa , arfa , armata , matka , taka , dnia. 
In der Sylbo ad kann d in fremden Wortern weggelassen 

werden: ... / 

adwokata, adwent. 

Wenn Undeutlichkeit durch das Auslassen des Vokals ent- 
stehen konnte, wird derselbe schriftbildlich bezeichnet? 

f C £ £ x ■ ifer/ A 

stan, satan, ssad, stad, oceii , ocean, pcha, pacha^ 




— 8 — 

\Vo keine Undeutlichkejt Z14 befurehten ist , kapn dieser 

Vokal als Anlaut ganz wegbleiben : ^aa ic^ 2w W z ***> StS 

- — 

Anglja, umarant, ambaras. 

Vokal ©„ £> 

Nachdem das vokalische Merkmal des a Gleichmass ist, 
und die horizontal Linia audi fur den obigen Vokal dient , 
? so wird 6 schriftbildlich/rfurch einen aufsteigenden Strich f : - 
bezeichnet: ^^/W^/^^ / 
olekcya, male, state, or/.e. 

Sinnbi ldlich wird e nicht bezeichnet, das Wort selbst 
erschlfesst, qb a qder e in denisejbeu zu lesen, ist: ? 

cech, dereu, hebel, rewerenda, wesele, we^le, tego. 
Wo keine Undeutlichkeit zu befurehten ist, kann, cjieser 
Vokal als Anlaut weggelassen werden: *^j. -^ ^f 

u /) , n ^n elemontarz , elegant. 

V jo--k-€H~«~ €pi — g% (rn t h . y ) . 

Diese Vokale haben koine sinnbildliche Bezeichnung, und 
werden stets geschriebeh; dor Vokal 6 kann durch den Kon- 
8onanteh n vcrtreten werden : ^ 

f~* ^ C^1 2"> ^f V Cr^-^ Cr^l «V *rs# ,^rJ 2r± 
jek, (Janek), deby, ges , nedza, matke , bak , dab, sad, tyd, kat, 1119. 
Die Sylbe je kann als Anlaut durch das ver la" ngerte Vokal - 




K 



u 



\ 



zeichen des § ausgedriickt werden : ^ ^-> .-/ 

j§cze, j'ezj/k, j§dza. 

Die Sylbe na (ruth: Hy) wird durch das verlangerte % 
(y) ausgedriickt: ^ ^^ /^ ej ^ 

daiia, wiedna, stanji, danina,, (^aiiHHOK)). 






— 9 — 

V o k a 1 e 1 und y. 

Das anlautencje i wird vor „1, r, s, sc" durch den 
sich anschliessenden Vokalstrio)i (in*—spitzen Winkel) ersctzt; 

ile , ircha , istuie , isc. 
In m wird das anlautende i darcih den verlangerton Vor- 
strlch ausgedriickt: 

■A 

irri i imif . 
In alien iibrigen Fallen wird die snhriftbiHHclio Bezeichnung 
des Anlautcs i gebraucht: ^^^ ^ * ^ f<T 

ide, imad, ich, innem. 

Das auslautende i (y)wird, wo es thunlich ist, durch den 
Vokalstrich bezeichnet: a, /& 

datki , dali , tkwi , maryi kasy, arcy, wabi , mami. 
Bei t kann das auslautende i (y) durch den Vokalstrich 
mittelst uragestiirzter jSchljnge^crbiuiden ^verden: 

bat, baty, czat, czaty, dat, daty. 
Sinnbildlich wird dieser Vokal ausgedriickt: 
Durch Ho chstel lung des nach i folgepden Konsonanten , 
sobald derselbe nicht unter die Schreiblinie hinabgeht : sT -> * 

biblja, bilet, gibki, kir, list, mile, sila, wina, hymn, ryby, rybi, system, bioz. 

Die JIocliste|lung des vor % stehenden Konsonanten findct 
nur dann statt, wenp der nachfolgende Bucjistabe ein langer, J 
ist: und bei kleinen Buchstaben. wenn Unklarheit entstehen konnte: 



liczba , syezenie , Miclial , niczem , kim , nim , niwa. 
Die.scharfe Verdichtiin g findet statt, mit den Anlauten 
„w, p 4 f, t, st,, cli cz; und mit den Auslafifcan „f, L p/: 

wita, pila, iilar, ty, styl, chyba, lichy, czy, tyczy, slifa, Italia, apetyt, li F *. 



a. 






***Ji't£(i*)A & A*- *-~/~~^r*=# & &+ 



f- 



bkz A 



ULj£4jUAt iw»- mJ^T" " 2 





1 



- 10 — 

In W, d wird das auslautende y, durch Erhohung und 
scharfeVerdichtungdieserBnchstaben; in m aber durch Krhohung 
ausgedrtickt: ....^ £_ f ,. % ffi ^ ,..^ ^ £... 

dyby, jedynie, wy, wydai, my, myluie , my to , mamy. 

Durch Steilstellung wird dieser Vokal in dem ihm 
nachfolgenden t und C ausgedrtickt: \ j — / P ? f j> 

bitnie, kit, bic, piiC, UiC, tliC. 

In der fremden Vorsylbe in wird das auslautende n 
weggelassen : ^ Jo , < /£/* jj 

indeks , inkwiey t , interpelacya. 

Die Nachsylbe liwy wird durch 1 mit dem Vokalstriche 
ausgedrtickt, an welchen Buchstaben sich auch weitere 'grama- 
tikalische Formen anschliessen konnen: /? 

gadatliwy - liwego - liwych - liwa etc. 

Die Nachsylbe tywne wird durch das verdichtete t 
ausgedrtickt: ^ ^ ^ ^ 

aktywnie- wnego , relatywnych - wnie etc. 

Vokal O. <r\. (o) 

Das vokalische Merkmal dieses Selbstlautes , die Wol- 
bung wird in der Kegel im Anlaute ausgedrtickt: 

Boga, doba, gody, kosa, lot, mosd, nota, pole, roty, to. woda, kwota. 

In alien Schlingen wird das durch grossere Aushtfhlung 
derselben versinnlicht. 

co, meco, czolga, ucaouy, ooii, zona, *.orza, goiteono. 



— 11 — 



1 



L >U</4* 



Anlaut wird O stets schriftbildlichj^ezeiphnet: 



W 




s^L^UDt? \/l -g& >-C >sC <-• J *jk 



<pf 



laut wird O stets schriftbildlich j*ezeiphnet: . <^ 

obacz, olej, oddech, oferta, oko, omal, ora, orzech, ostal, osd, ot, ozenii 
Aber be] p und W kann als Anlaut von der rechten 
zur linken Seite geschrieben werden : 

d & c ^C? e a " a a 

opal, opera, opetany, opasiy, owe, owego, owemi, owca. 
Als Auslaut'wird O meist symbolisch^ aiisg^edruckt : 

iniJo, dno, dano, Nero, daieko, ochoezo, lato, mamo. 
Nach o wird n in dem Furworte w on-a-o", und auch bei \ 
den ebenso lautenden gramatikalischen Endungen weggelassen : 
^ ^ _ _ ^n ^ ^ L^ t^) ZJ?_ 

on, ona, ono, oni , onego, onych , onemi , mylono , raylonego , mylonych. 

Eine eigenthiimliche aber verbindungsf&hige Form haben 

einige Worter, in welchen nach O der Mitlaut w folgt , z. B: 

nowa-wy-we-go-ych, gotowal, gotowego, lowski , Jowicz. 

Folgt nach O eine mit r zusammengesetzte Konsonanz , 

so kann das r in fremden Wortern ausgelassen werden; des- 

gleichen bleibt r in der Nachsylbe or weg, wenn dadurch keine 

Zyeideutigkeit entsteht : %%^ ^U^ i a 

^J ^. ^~^> ft, ^v v-x- 

ornat, organ, orkiestra, wyb6r, doktor, rektor, (doktora, doktorowi). 

Die Vorsylbe kon wird in fremden Wortern dnrch ko 

mit unmittelbarer Verbindong gezeichnet; eine ahnliche Ver- 

schmelzung findet bei der Sylbe kom statt : 

/ / 

W rfi /** a -ji^yr*^^ 



£W ^vC 






konwikt, konsylarz, komisarz, kompas. 

V o k a 1 e xi.? <f>. 



i 



Sinnbildlich wird dieser Vokal bezeichnet: Durch tiefe 
Stellung der otFenen Sylbe deren Auslaut der Vokal u ist: 



*/< 



ntXt ft*H*Lr~>, 



buda, Buska, ducha, gusta, kulak, luda, mumia, obiuda, gadula, cuda. 
Wenn U (6j Innlaut ist, wird dieser Vokal durch tiefe 
Stellung des dem u nachfolsande^ Konsonanten ausgedriiekt: 

bud, Busk, B6g, cud, czub, duch, gust, lud (16d), kulka, ugoluie. 
Und erst dann, wenn sich dieser Vokal in dem nachfol- 
genden Konsonanten nicht ausdriicken lasst, durch tiefe Stellung 
/£, des dem 11 vorangehenden Buchstaben *? y' / *frm „ 

b6t, n62, nuta, hucz, kondukt. 
Ferner durch tiefe Stellung zweier oder mehreror Sylben 
wenn u in denselbeu lautet: gg >'~xi^ 

Buffku, gustu, ludu, musuje, kukulka, kukurudza. 
Als Auslaut nach langen Buchstaben , oder wenn sich u 
in dem vorhergehenden Konsonanten nicht ausdriicken lasst, 
wird dieser Vokal durch tiefe Stellung des , dem u ^lachfolgen- 
den Mitlauts ausgedriickt: L ^^ty/ 

tuman, pudlo, monument, chudy. 

Die schriftbildlich verschmolzene Bezeichnung dieses Vokals 
findet statt, wo die Tiefstellung der Deutlichkeit und der Form 
wegen nicht vorgenommen werdeii^kannr. /*>.. //> / ^ \j ' 

b6i, d61, muJ, rzut, w61, czuJ, sch6d, studnia, pulk, pusc\ 
AIs Anlaut wird dieser Vokal durch den Vorstrich bei 
8, £6, 1, wenn keine Verwechslung eintreten kann, in der 
Tiefe bezeichnet; und bei m wird derselbe durch Verlangerung 
des Letzteren in der Tiefe ausgedriickt: 

ustnie, ustawa, usluga, usciskat, ulga, (uloga), ulan, ulewa, urn, umio, umiescil. 
Der Laut ur wird durch verschmolzene Verbindung beider 
Zeichen ausgedriickt: 






- 13 — 

j 




urlop, urua, ch6r, natury - alnie, g6r, g6rnogo. 



Jn den uhrigen Fallen, so-wie im Auslaute wird U schrift 
r7 ^ji^^Hbildlich bezeichnet, und wo moglich unmittelbar verschmolzen 



a ' ■ '.- bildli 



udo, uciiu, uraia, ul, uniu, ubior, wielu, wiekti, iadu, tytul, friacu. 
Die Nachsylbe 6w wird in gleicher Weise wie das schrift- 



bildliche U verschmolzen: 



wymiardw, cesarz6w. Niemc6w. ilochodow. Woloch(Sw. wiek<Sw. wohSw, 



lis6w. Iist6w, pl&c6wka, staw6\v. 



/ 



VI. Verbindung und Verschraelzung der Konsonanten. 

Bei zusaminengesetzter Konsonanz werden die kleinen 
Konsonantenzeichen naher geriickt; oder es kann audi, wenn 
die Zeichen hiezu die Eignung haben, die Ineinanderlegung 






blank, gladki, gt6g. t tlaj, <$.zlek, chleb, jtfttb, zlal, wtfzny, znaJem , marzl, 

piers, msci , nizeii. 

Ausnahmsweise ist die Ineinanderlegung des a bei nicht 
zusaminengesetzter Konsonanz fur folgende Wtfrter angenommen : 

6 u 6 ~& 6 is 

mys, myal, bez und bys, nas, was, raz, I&8. 

Bei mittleren, wie aueh bei kleinen Buchstaben, wird das 
erstere Zeichen der zusammeugesetzten Konsonanz oberhalb dera 




— 14 — 

folgenden gesetzt, und hiedurch die angere Verbindung ange- 
doutet; so audi bei den Buchstaben C und t: 

i %/ &i/ fr %• h> e / i i t- 

dba, dmie (da'raie), grain , mdiostf, wdal, wd6w. dma, t'ma, rwaJ, Lw6w, 

Iwa, wstai, smak, swiat, swoje. 

Wenn aber lange und mittlere Buchstaben die zusammen- 
gesetzte Konsonanz bilden, so werden selbe, wenn sie hiezu die 
Eignung haben , verschmolzen : 

/ *_.# & /i ii /u <£ p ? fj 

chco, chc§, chmara, chwata, chrzest, wcale, wczoraj, api, Wstep, 

(ruth. BCMym») ustep, wstapil. 

Zwei Mitlaute , zwischen denen sich der Vokal befindet ♦ 

konnen audi auf die letzt angefiihrte Art verschmolzen werden, 

sobald sie in der Sprache ohne Vokal neben einander nicht 

vorkommen : 

/ y r.L t '/ ' r v ' ( 

oefinicja, deputat, fatalnie, topola, stepa, chept, patrzal, impet, stompel etc. 

Die unmittolbare Verschmelzung des r mit den Konsonan- 
ten ist ganz nach H Gabelsberger." Nachdem wir aber in der Spra- 
che das r* haben, so werden die rKonsonanten zur Bezeichnung 
des rz nur verlangert; bei t und p aber durch ganz schrage 
Richtung dieser Buchstaben ausgedriickt. 

Im Slavischen haben wir den Laut mrz, fur welchen ein 
init den obigen analoges Zeichen aufgestellt wurde. 

::l < < c K 7 2 fV < ^ ^ (\ C ^(\ 

br, bar, brz, dr, drz, gr, grz, vvr, wrz, kr, krz, tr, trz, tro, trzo, pr, prz, 

t ^t * l * 

pro, przo, spr, czr, mr, mrz. ^ ^j^ 



- 15 — 

VII. Das kiirzere Ausdriicken des sz und szoz. 

Wie bereits oben boim Aufstellcu der Konsonantenzeichen 
erwahnt wurde, sind diese beiden Zeichen zusammengesetzt , 
und zwar 8 mit i, und 8 mit CZ;beide konnen jedoch gekiirzt 
werden. 

8Z kann in dar Mitte und am Ende der Worter durch 
bloses 8, mit Hinweglassung des z bezeichnet werden;. z. B: 

^ k» k fa fa 
robisz, musisz, piszesz, pisze, piszeiny, pisz§, wiesza, nasz, naszego, 

naszemu, naszych, wasz, waszych, wasza, waszej, etc. 

Aber bei dem VVorte „wiesz" und noch vielleicht einigen 
ahnlichen , muss das zusammengesetzte Zeichen geschrieben 
werden, sonst konnte Verwechslung eintreten, „wies" (Dorf) 
und „wiesz u (du weist es); „ wiesza 44 (er hangt) kann schon auf 
obige Art bezeichnet werden, iridem der Auslaut a durch den 
Vokalstrich ausgedriickt, keineVerwechslung zulasst. Wenn man 
aber SZ durch z vertreten wollte, so konnte im obigen Worte 
auch Verwechslung eintreten, und zwar mit n wieza a (Thurm). 

Urn bei dieser Schreibweise den Unterschied zwischen den 
Furwortern „nas, was 44 und M nasz wasz 44 zu haben, wird bei 
den Ersteren ausnahmsweise 8, wie schon einmahl erwahnt, 
ineinandergelegt, die Letzteren aber wie oben bezeichnet. 

Durch diese Bezeichnungsweise des SZ (£) mit dem blossen 
8 gewinnt man , dass man bei der Satzkiirzung zur Bezeichnung 
der gramatikalischen Formsylben oberhalb der Linie, statt eines 
langen zum Schreiben unbequemen Buchstaben, einen kleinen 
hat ; und insbesondere tritt diese Nothwendigkeit ein bei der 
Kurzung des Beiwortes in seinen Vergleichungsstaffeln, wo sich 
noch an diesen Buchstaben andere gramatikalische Endlaute 
anschliessen, -z. B: ; 67 j 

Jaskawego, laskawszego - mu - szeniu-szej-szych etc. 



— 16 — 

8ZCZ kann in der Mitte der Worter gekiirzt werden, indem 
man auf ahnliche Art wie oben, die umgestiirzte 8 Schlinge, 
welohe im Polnischen fiir den Laut 66 (sV) angenommen wurde, 
schreibt, und CZ (tsch) weglasst. (Beispielweise orwahne ich 
von der Bezeichnung des deutschen Wortes .unseren"; sind 
•dooh da zwei Mitlaute ausgelassen . und es entsteht dadurch 
keine Storung im Widerlesen. 

Ohne mich in die etimologische Zergliederung der Worter 
mit 8ZCZ einzulassen, warum im Polnischen (Slavischen) aus 
16 (st*)' der Klang &ZCZ entsteht, lasse ich hier nur zur Ver- 
gleichung als Beispiel das Wort „miesc u in einigen seiner Ver 
anderuugen folgen: 

zS zJ>* z^ t^ 2-^ z^^ IT- zJ>~^ 
miesc, miesci, raiescie, miescimy, miesECZQ, mioszcza«, mieszcze, mieszceanin, 

nueszozone-onem-ono, mieszczuk etc. 

Aug diesem Beispjele kann man nun entnohmen , dass £6 
fuglich den Laut 8ZCZ ausdriicken kann. Es habon sowohl die 
polnische (im Masov'schen), als auch die rutheriische, und wenn 
ich nicht irre, die bohmische Sprache Dialekte, wo statt 8ZOZ 
der hellere Zischlaut 8C gehort vvird z. B. w scebiota6, sce- 
bebaty tt , statt szczebiotac, szczebetaty; (cii,e6eTaTH) ; und es 
fallt gewiss dem Ruthener nicht auf, dass bei SZ das Z, und 
bei 8Z0Z zwei in der Schrift vorkortimeiide z in der Sprache 
nicht horbar sind. 

Und vergleichen wir die ruth. Buchstaben cjj und Ig. 

Wenn nun 1 in der Stenografie der nachbarliclien slavischen 
Sprachen fiir st' die umgosturzte 8 Schlinge angenommen wurde, 
so unterliegt keinem Zweifel , dass die obige Bezeichnung ihrer 
Kiirze, Detitlichkeit , ja sogar, wie das obige Beispiel deut'et, 
ails ethiiologischen Kiicksichten sich als zweckehtsprechend heraus- 
stellen diirfte. 

Nejinien wir z. B. an, wenn eine Regel aufgestellt ware, 
dass das erweichte t nach 8 wegzulassen sei , und man in 



— 17 — 

diesem Falle 8 stets umgestiirzt zu schreiben habe, so wurde 
jedenfalls dadurch ein Strich, und dazu ein oft so unbequemer 
Strich wie t, weniger geschrieben, und man ware dabei der 
vielen Verlegenheiten, wie noch weitere Anlaute, die sich an t 
stets ankleben, als: J, u, iami, iach, etc." auszudrucken, uberhobeu : 

Es ist doch viel einfacher zu schreiben: 

milost', milosti, DiHJioCTb, sihjiocth etc. 

Und wenn diese Bezeichnung, welche, wie ich glaube, 
auch in den anderen slavischen Sprachen zu Zweideutigkeiten keinen 
Anlass geben kann, sich Eingang verschafft, so wtirden wir una 
Slaven unter Einander gewiss verstehen, und es werden unsere 
Kliinge auch den rait der Sprache nicht vertrauten Gabelsber- 
gerianern lesbar sein. 

Ich erlaube mir noch eine Bemerkung zu machen, die sich 
mir jetzt unwillkiihrlich unter die Feder drangt, und zwar: 
Wenn jemand in der bohmischen Kurrentschrift iiber dera „s* oder 
„6* in irgend eineni Worte die Bezeichiiung der Tiefe des Lautes 
(v) anzusetzen vergisst, (oder in der ruthenischen die erste Linie 
des Buchstaben in, krummt), so wird man dadurch beim Wie- 
derlesen gewiss nich beirrt. Und wenn wir nach der Ursache 
forschen wiirden , warum die Bohmen „§" und „6 U und nicht is, 
CZ schreiben , so hatten wir vielleicht den triftigen Grund, die 
innere tjberzeugung zu gewinnen, dass es den Ortografen nur 
um den Hauptklang zu thun war, und dass der Dial ektlaut. 
nur als Nebenklang im Voriibergehen leichtweg anzudeuten sei. 

In eben dieser Lage beflnden wir uns mit der Aufstellung 
der stenografischen Bezeichnung des 8Z, nur mit dem fortschrei- 
tenden Unterschiede, dass uns die Dialektlaute ganz ent- 
behrlich sein konnen. Und o! wie angenehm sprachen zu unseren 
Herzen die liebkosenden Klange unserer Lieben, unserer Eltern, 
wenn sie in ihren Liebkosungen statt 8Z und 8ZCZ, so siiss 
das 8 und 8C aussprachen!'? 

2 



— 18 — 

Statt Aufstellung neuor , den Gabelsbergerianern unver- 
standlicher Zeichen , oder statt Bezeichnung dieser Sylben mit 
\yenig heissenden und wenig unterschiedlichen Dialektlauten, 
wie das verlangerte & (schj oder CZ (tschj, bitte ich nur diese 
Schreibweise zu versuchen. Und sollte in ausnahmsweisen Fallen 
Zweideutigkeit oder 'Verwechslung des Begriffes ' entstehen , so 
steht uns ja das Feld der Siegeln often, oder wo nicht, so 
schreibe man das zusammengesetzte Zeichen aus. 

Audi am Anfange der Worter kann SZ mit 8, und 8ZCZ 
mit der umgesturzten g Schlinge ausgedriickt wer'dcn, naiurlich 
wo Verwechslung nicht eintritt, oder bei Kurzuni>en und Siegeln 
flier Folgen eiriige Beispiele s/7 / * 



-rcrt^-^^^- 



szabla, szabas, szyba, szuba, ■ szkota, Bzlachta, szmer, szmuklerz, szturm, 
szwagier, Szwed, dasz, dajesz, gubisz, mijasz, kochasz, mozeaz, Mojiesz, 
mrzesz, pragniesz, spiesznie , grzesznie , wystawisz, wystawiasz, areszt, herszt ; 
jeszcze, jest jeszcze, ja jeszczo, szczebel, szczodry, szezodrdle*, 
szczudlo , ruth, iuo, szczep , szczypa , szcziiply, uszczuplil, szczery, 
sztazerosc - '«ci - sci§ , szczescie (ruth, ma&Tbe) , szczesciem , : iszczesciu, 
szczesliWy- wego , deszcz, dreszcz; swiaszczennik , . pieszcze , pszczola, 
puszczam, umieszczenie, uraieszczonycb, szczeg61nie. 



VIII. Das erweichle d (dzie, dz, ^b). 

In ;der polnischen Stenografie wurde bis jetzt fur das 
erweichte d', namlich fur dzie, das verlangerte ..dz Zeichen, 
ahnlich dem deutschen „dies" angewendet. 



- 19 - 

Diesen Laut mit anderen slavischen Stammen gleichmassig 
bezeichnen zu konnen, wird es uns nicht schwer fallen, umso- 
mehr schon aus etimoJogischen RUcksichten. 

Wenn wir das crweichte d, d. i. dzie, welches in der 
polnischen Kurreutschrift mitvier Buchstaben geschrieben wird, 
zergliedern, so sehen wir, dass d der Haupt- oder Stammlaut, 
und z ein Dialektlaut, daher fur den Stenografen ganz ent- 
behrlich ist. 

Wir konnen nun fiiglich den Laut dzi durcli di, und 
dzie durch das stenografische die, d. i. durch di mit Zugabe 
des auslautenden Vokalstriches e ausdriicken. 

Eine Verwechslung des auf obige Art geschriebenen dzie 
mit dy kann nicht stattfinden , indem dy erhohet ist. Wir 
bemerken noch hiezu, dass die Sylbe di nie in der polnischen 
Sprache vorkommt, da nach dem harten d stets y geschrie- 
ben wird. 



dzio (Siogel „gdzie a ), wiedzie (bcao), ludzie (vHOfle), widzied, WydziaJ 
(BHAtJil), dzielo (fltjio), dziady (a1j4w), powiedzial; wiedza, widzg (Biljwy). 



IX. V o r s y 1 b e n. 

Die Vorsylben na, Had, od, do, 0, Ob, W, wy, wer- 
den in gewohnlicher Art mit den Stammsylben verbunden; des- 
gleichen u; nur kann diese letztere Vorsylbe vor 8 durch den 
Vorstrich , und vor m durch Verlangerung des letzteren in der 
Tiefe bezeichnet werden. 

Die Vorsylbe roz wird mit ro geschrieben, jedoch vom 
Stamme getrennt , sonst konnte Verwechslung eintreten, wie z. B. 
„robid a und „rozbic\ tt 

V 



— 20 — 

Die im Alphabete fiir z aufgestellten Bezeichnungen sind zur 
Verdindung als Vorsylben zu schwerfallig, und wiirden keinen 
hinl&oglichen Unterschied zwischen den Vorsylben za und z 
(ze) bieten; demnach wird.Z (ze, s) mit dem schriftbildlichen 
Zeiehen des 6, die Vorsylbe za aber mit dem des a bezeichnet. 

Bei Buchstaben, welche mit dern abgerundeten Haarstrich 
beginnen, d. i. bei Buchstaben, an welche sich der Vokalstrich 
des e nicht anschliessen lasst, wird das im Alphabet aufge- 
stellte Zeiehen des z fzweite Form), o.der auch 8 geschrielxn : 



zb, zd, zl, sso, sp (ap), zu, zw, zr, zrz, zg, ztn, zje, zs, sch (zrfi), 



~e~ J £ . J. , ^ , ^ , ,y r .y 



zduuie 7 y zadanie., zebraJ, zabral, zgral, zagral, aloiyl, zalozyl, »pisa!, zapiaal, 



zstajpiez, zastgpisz. 

Bei zu8ammengesetzten Vorsylben wird die Vorsylbe z 
durch die umgestiirzte 8 Schlinge bezeichnet. Es kann auch 
jedes z in der Mitte des Wortes, wenn Verwehslung nicht 
eintritt, mittelst umgestiirzter Schlinge bezeichnet werden. Eine 
Verwechslung der so in der Mitte des Wortes bezeichneten Vor- 
sylbe, z kann mit &6 und 8ZCZ nicht eintreten. 

wyzwolil, zezwoltt. 

Diese letztere Bezeichnung dient im Ruthenischen fiir die 
Vorsylbe iz (H^t) z. B. HSBOJlllJl'b. Die Prapositionen za und z 
(ze) werden ebenfalls mit obigen Zeiehen geschrieben. 

Die mit p beginnenden Vorsylben : 

„Da es beim Gabelsberger'schen Systeme mit Rucksicht 
„auf die Regeln der Sprachkiirzung von grosser Wichtigkeit 
„ist, die Vor- und Nachsylben von den Stammsylben zu unter- 
„scheiden, so wurde fur viele jener Wortformeri, urn- sie auf 
„den ersten Blick als solche kennbar zu machen , eine ganz. 
w eigenthiimliche Bezeichnung festgesetz. 4 * (Conns Sten. S. 4, §. 14) 



— 21 — 

Diesen Grundsatz beherzigend, habe ich in der polnischen 
und ruthenischen Stenografie t'iir die p Vorsylben nachstehende 
Bezeichnung aufgestellt: 

po als Vorsylbe ist mit dem verkehrten (umgesturzten) 
po Zeichen zu schreiben, d. i, mit dem deutschen t>o, weil dieses 
Zeichen mit den Stammsylben auf der Lin ie verbindungsfahiger 
ist Wir haben in der slavischen Sprache keinen Laut &. 

postai,. pumagai, pozastawial, pozbieral, pozbstawisz, posfljpisz. 

Bei zusammcngesetzten Vorwortern kann po als zweite 
Vorsylbe auch mit den gewohnlichen po von der Linie nach 
Abwarts geschrieben werden ; oder es konnen auch an das er- 
stere Zeichen sich die Vorsylben nntcr der Linie anschliessen : 

wypomniesz, odpowiedzial, rozpowiedziaf, upodobanie. zapomni'enie. 

Die Vorsylbe prze ist VZ durchstrichen mit e, ahnlich wie 
das deutsehe „iiber"; indem diese Vorsylbe auch die nahmliche 
Bedeutung wie „iiber" hat. 

przestal, pttftepisal, przechowah 

Die Vorsylbe przy wird mit einer senkrechten Linie, 
ahnlich dem deutschen „gemein u , jedoch mit dem Vokalstrich am 
Ausgange geschrieben ; weil selbe stets mit der Stammsylbe zu 
verbinden kommt, und da die Bedeutung dieser Vorsylbe w neben> 
zu, bei u ist: 

d , /ef ,i , a, 

przystaJ, przydac, ^cz*ypisal, przyehowah 
Die Vorsylbe przed wird mit der obigen Linie, jedoch 
ohne Vokalstrich; und get remit von der Stammsylbe geschrieben; 
weil przed zu deutsch „vor" heisst: 

/f // /tJ . 

przedstawil, pp^dp6topowe, przedmiot, 



- 22 - 

DieVorsylbe pod ist das obige Zeichen unter derLinio;weil 
pod „unter v4 bedeutet : A n 

/'/&'/"' / ' 

podstawisz, podpisal, poddal, podchowal. 

Im Ruthenischen bedeuten diese Vorsylben „pre, pry, 
pered, pid," (Iipe, nj)H ? nepeAt, nb^l*). Die gleichlauten- 
den polnischen und ruthenischen Prapositionen werden audi mit 
diesen Zeichen geschricben. Eine Verwechslung mit by kann nir- 
gends eintreten, weil letzteres viol Jdeiner ist. 

Die Vorsylbe prze kann zwischon zwei Sylbeu wegge- 
lassen werden. Die Durchkreuzung der Sylben versinnlicht 
diese Vorsylbe: 



poprzedal, poprzeprawiasz, poprzerzueaJ, rozsprzestrzenil. 

So auch in der Satzkurzung, versinnlicht die Durchkreu- 
zung zweier Worter die Vorsylbe prze: 

iX, a, Z. .^"VcV^. 

Lekarz przepisal choremu leki. Akta sa przecnowane w Archiwum. 

Ich stellte die obige Bezeichnung der Vorsylben, aut', in- 
dem in unserer polnischen Sprache, wo die meisten Ausdriicke mit 
p anfangen, eine wernger kombinirte, kurzc, leicht fassliclie, und 
hiebei ausdrucksvolle Bezeichnung sehr erwunscht war. Noch- 
meiir bewog mich hiezu derUmstand, dass die Ruthener, so wie 
auch andere Slavenstamme die v nahmlichen Vorsylben, aber in 
der Ausprache etwas abweicherid haben, und nur durch eine 
ahnliche Bezeichnung in der polnischen, ruthenischen und slavi- 
schen Stenografie die Einheit ermoglichet wird. 

Weitere Verbindungen des p sind: 

C *' '-XtUa-J -^ '7 'k ' A/° 

poj, praej, przyj, pupu, p >pra, poprzy, popud, popi, popu, poprzecS. 

pro, welches auch als Vorsylbe fur fremde Worter dient 
kann getrennt vom Stamme geschrieben werden : 



— 23 — 
C^' C^' C*' C*Xd 

projekt, prowidencya, proces, prowadzih 
Die Vorsylben fur fremde Worter sind die namlichen , wie in 
der deutschen Stenografie. 



X. Enclltica (Nachaylben). 

Nachdem die Nachsylbo 4e, (ioh glaube die Serben haben 
hiefiir da.), eine Bestattigung, einen Nachdruck des Wortes aus- 
driickt, so wird diesclbe dnrch Uriterstreichung mittelst einer 
kurzen Linie vcrsinnlichet: /*. /-% , 

x, * , y , i- 

r6b£e, starize, choc*ze, tenie etc. 

Aus obiger Ursache wird to in abmlieher Weise mit dem 

auslautenden 0> ausgedriickt: / / /? 

hz,.» 'Z ' > ' , x 

ten to, tego to, jest to, jui to etc. 

Das Furwort Bam, welches im ahnlichen Falle mit dem 

vorstehcnden Worte in o'er Kndung unci Zabl iihereinstimmt, wird 

durch den inlaiUendeu Vokal a ausgedriickt: 

4> h , *+ / -~? ■ / 

ten sain, tego samego, ja sam, ono samo etc. 

Das zuriickfiihrrnde Furwort sify wird entweder mit 86 ge- 

schriebcn, oder es wird 6 an das vorhergehendenWort, wenn dasselbe 

hiezu die Eignung hat, angcheftet; und endlich, bei dem Buchstaben 

m (ausnahmsweise) durch die Ineinanderlegung des 8 bezeichnet : 

*.*, l<, /, /. 6 , /. t , ^,.... j 

ja sie, ten sig, czy sie,, ta sie,, to sie, te sie, my si§, jemn sie, mysiny Bi§r 
Die Nachsylbe kolwiek (k o 1 i), ba,d£ (ruth. 6yA*0> wird 
erstere durch ko, letztere durch den Inlaut ^ (ruth, y) aus- 
gedriickt : , j 

ktokolwiek, ktokolwiek badz, 



rfc r . ^-t^. ****?* ^ 



<sV^, •< 







XI. Kflrznng des Beiwortes. 

Die Biegungssylben des Beiwortes sind im nachstehenden 

Beispiele ersichtlich: n _ <<? -z -v v (J 

e4 , el , <L, z, ^ , & , e^ , e, , <l- , o . 

dobry- a- e- go- ej - ym - em- a- emi - ych. 

Sollten diese gramatikalischen Endungen nicht ausreichen, 

und Verwechslung zu befurchten sein, so unterstiitzt man 

dieselben noch mit ihren Vorlauten: ^ w 

<>, <" > 

dobrotliwego, dobroczynnego. 

Eigene Namen, welche die gramatikalischen Endlaute der 
Beiworter haben, werden ebenfalls wie Beiworter gekiirzt; ge- 
., kiirzte Nanien werden stets unterstrichen. en .0/ O kJ~)U 

Die Steigerung bezeichnen wir, und zwar die zweite 
Staffel durch Untersttitzung der gramatikalischen Endlaute mit 
ihrem Vorlaute 8 (statt szl: , n 

' 1 6) 6/ 6^ a - 6# 

laskawego, laskawszego etc. 

Bei der hochsten Staffel wird naj der Stammsylbe vor- 
gesetzt. Die gramatikalischen Endsylben konnen bei gekiirzten 
Beiwortern dieser Staffel mit oder ohne 8 geschrieben werden; 

iiHjmniejsza, najraniejszego, najlaskawszego. 

Den Endlaut dor ersten Endung des gesteigerten Beiwor- 
tes 8Zy bezeichnen wir durch ein eigenthiimliches Zeichcn, dem 
halben Zeichen des i. Dieses Zeichen dient auch zur Ktirzung der 
Zeitworter; beim Beiwortc wird dieses Zeichen von der Linie 
nach abwarts, beim gekiirzten Zeitworte aber oberhalb der Linie 
geschrieben : 

z^ , z^ 2^07 , y ts) / ^ . 
muiejazy, raniejsi, mniejszego, "blizszy, bielszy, zrobiwszy etc. 



- 25 - 
XII. Kfirzung des Hauptwortes. 

Die Hauptworter werden ebenfalls aut' ahnliche Art wie 
Beiworter gekiirzt, und wenn Verwechslung des Begriffes eintre- 
ten konnte, auch urterstiHzt: ^ ^ 

e , £ . 

dobrocia,, sonst dobr§. 
Die Endsylbe nil! wird bei ungekiirzten Wortern mit dem ver- 
langerten nie nach abwarts geschrieben; bei gekiirzten Wortern 
kommt aber ein veriangertes n unter der Linie zu schreiben. 
Die Endsylbe nieilio ist doppelt so lang wie nie: 

zadaniu, wyobra&eniu, uobra£eniu, zranienie. 



XIII. FOrwffrter und Zahlwfirter. 

Diejenigen, welche kurz sind, werden ausgeschrieben , sonst 
aber wie Beiworter gekiirzt. Einige der bemerkenswertheren 
Kiirzungen dieser Worter sind : 

^^s^/vxWj,/, , , f,U', 

kt6ry (ruth. KOTopbifi); mysmy, wszystek, wszyscy, wszelki, nikt, nie, (ta, te 
tej,) drugi, jednaki, wi§cej, kaz'den, £aden, jeden-go-mu, (jego, jemu). 

(Die gramatikalischen Endlaute werden mit der Stammsylbe 
verbunden, ahnlich wie im Deutschen beim Worto „welcher. u ) 

Die Bezeichnung der Zahlen ist die nahmliehe, wie im 
Deutshen; nur 1000= 1 , und zwar aus der Ursache, um dieses 
Zeichen von by unterscheiden zu ktfnnen. 



XIV. Unabftnderliche Redetheile. 

Im Slavischen liesse sieh durch gegenseitiges Einverstand- 
niss fur viele der indeklinablen Worter cine gleichmassige oder 



- 26 - 

auch mir annahernde Bezeichnung (Siegeln) aufstellen. Sie kflnnten 
ja zum Kitte dbr slaVischen Stenografie werdtn. Hier einige 
Beispiele : 

t> - . //r > ^ • */' ~ ?; :x: 



p«ez(4epe3b), wzgledem (B3r.ifl40MT>), przeciw-Iwnie iwko (npoTHBiio npoTHBT>), 
poprzek (nonepeR'b)i przecie (iipeii-biib). jodnakze ((MiiaKowb), wpra^dzie 
(BniiaB^Ti zatein (3aT<toib), gdzie (r4e), (topterb (aortfpBn), zawsze (BCcrja) 
tedy, tedy (tomm, T ( V4bj), wczoraj (n'icpa), przy tej eposobnosci (npii tor 
ciyiamiocTii), moie (.wotte), pewnie (H"Biio), rzadziej (|>B4iiic); Ferner 
die Bindeworter: ze, zem, zes, zesmy, zescio, byui (bohmisch ^byoli"), 
bys, by, bysmy, bysoie, abym, zobym, obym, jezeli, jezelibym, az\ etc. 



XV. Kilrzuug <lcs Zeilwortes. 

Im Infinitiv wird das Zeitwort wenn die Stammsylbe den 
Infinitiv bil.det, ganz ausgeschrioben : 

dad, mied, pid, ehcied, wybrad, dodad. 
Wenn aber das Wort inchrsylbig ist, und Vorsyfben hat, 
60 werden solche, und nur die Stammsylbe geschrieben: 

naloiyd, dolozyc, etc. 
Wir Polcn, die wir in unserer Sprache roehr Laotc, als 
die anderen slavischen Stamme haben, miissen 6 (das er- 
weichte t') durch C (das deutsche Ende j) ausdrucken , indem 
hiedurch die Verwcchslung der Worter vermieden wird; z. B: 

bat, bad, dat, dad etc. 



- $1 - 

We'nn aber in dbn anderen Nachbarsprachen im [nfinitir 
das erweichte t' (ti>) durch t (Tb) ausgedriickt wird , ist fur 
uns voni geringercn Belange, und es wird una dirse Bezeichnung 
im Verstohen gewiss nicht beirren. 

Zur Bezeichnung' dies' Infibitivs' in deri Fallen, wo Ver- 
w'echslung dcs Begriffes eintreten konnte, und zur Bezeichnung 
der Oftthiimlichkeit, wahlten wir ftir die Kndlaute ic und a6 
(it\ at'; htw, aTWj das Zeichen des it und at im vorkteiner- 
ten Masstabe, und zwar oberhalb der Linie: 

dostac*, dostawie, dostaw«c. 
Die Endsylbe der Zcitworter CI6 (f te, Te), wird durch 
das schietiiegende verkleinerto t oberhalb der Linie bezeiohnet. 
In der gebietenden Art wird die Kndsylbe cie, (d"csgleichen 
die Kndsylbe my), stets auf der Linie nebcn dcm Worte 
(Stamme) geschrieben : 

piszocie, piszcie, piszemy, piszmy: (nuniCTC, niiuiiirb, hhuiomo, nHiirbsi'b). 
Das Hilfszeitwort soil in den slavischen Sprachen soviel 
als moglich gleichmassig bezeichnet werden , denn die Kndungen 
des Ililfszeitwortes, hinzugegeben zu den Stammen, bilden ja 
erst unser Zeitwort in alien seinen Formen; die sind 6ns das, 
was im Deutschen „haben sein, werden^" nur enger mitd£m 
Stamme verbunden. Getrennt vdm #eit\torte, iugen sie sich an 
die Hauptworter uud Bindeworter an z. B : 

kobietam, bysray zrobili, jeielibyemy zrobili, mysmy zrobili, inybysmy zro- 

bili, zrobilbym, zrobilibysmy, bylbym zrobif, bylibysMy zrobili etc. 

Aus dem Obigen sehen wir, dass das Bindewort bym 
(bohmisch „bych M ) einen Theil des Hilfszeitwortes bildet. Da es 
in der Satzkiirzung nothwendig isi, zu Msse'ii, ftaftti eih bym 
(bych) Hilfszeitwort, und \Vann Selbes Biridetfort ist, so muss 



- ,28 - 

dasselbe als Hilfswort oberhalb der Linie geschrieben werden. 
Demoach ist: 

l 6 / £ &>{/ Z z, 7 ^ L& y 

bylbym, byiabym. byiobym. 

In der bedingten Art des Zeitwortes , wird dieses Hilfs- 
wort init dem Stamnie, (wenn derselbe kurz ist), verbunden ; bei 
Kiirzung des mehrsylbigen Zeitwortos aber oberhalb derStamm- 
sylbe gesetzt: 

«■■; A ■/» *. 

mialbym, stalibyamy, plsalbym, chowalbym. 

Die weiteren Endsylben des Hilfszeitwortes, welcho als 

gramatikalische Endfbrmen zur Kiirzung der Zeitworter gebraucht 

werden, sind in der polnischen und ruthenischen Stenografie die 

folgenden : 

Z & / 2 ^ yos - •#,**>+ Z *// >'so/' t -7/< 

jestem (acbM'b),' byiem (6yjH8H'b), bede (<5y4y). 
byt-a-o (oyjib-i-o), badz ((5y4b), byd (omth), 

piszemy, pisal-a-o, pisalem-iismy/piszfj. (ninuyrb), pisze, pisano. 

Die Oftthiimlichkeit driicken wir aus, wenn wir die End- 
formen des Hilfszeitwortes durch den Vorstrich a unterstiitzen; 
und wo dies nicht thunlich ist, a schriftbildlich bezeichnen : 

-» -^ _*-- ~^r _-^ * — *w 

^isywalMvala-walo-wAtbym-walobyra-wanie-Xvano. 

Irn adjektivischen Mittelworte lassen wir in den gramati- 
kalischen Endlauten das inlauteude C, desgleichen im Ruthe- 
nischen das inlautende BZ und BZCZ aus. 

beda.cy-a.ca-a.ee (6y4y«riii-a-e), ^sza/^-Xe-jJcego-^yel/aca. otc. 
Den Regeln der Satzkiirzung gemass, werden einige End- 



— 29 — 

sylben der ZeitwOrter unter der Linie gezeichnet, sobald der 
Laut u denselben vorangcht: 



^ \ {« 'ft 'ft ' f/'(~ :fa 

pi8uj§-ujesz-uje-ujemy-ujecie-uj§-8uj^ca-uj§cych. 

Die unvollstandigen Zeitworter werden entweder vollst&n- 
dig ausgeschrieben , oder, wenn sie die Eignung hiezu haben, nach 
obigen Regeln gekurzt. 

Bei denjenigen unvollstandigen Zeitwortern, welche der 
Satzkiirzungslehre angehoren, konnen die gramatikalisehen End- 
fornien audi verbunden werdeii z. B: . , , 

chce, moge, m<Sglbyra, musze. 



XVI. Die Satzkfiravngslehre 

ist in der polniseh - ruthenischen Stenografie in alien Punkten 
nach Gabelsberger's Regeln durcbgefiihrt worden. 



Aus dieser vorgelegten Zusammenstellung kann man entneh- 
men, dass wir im Slavisehen ohne Verwechslung der Gabelsberger'- 
schen Zeichen, (was dem allgeiheinen Zwecke nicht forderlich sein 
kann), fest an die Hauptklange der deutschen Stenografie haltend, 
viel kiirzer und biindiger, als mit vorgenommener Verwechslung 
und Substituirung der Laute schreiben, und uns fiir die Ga- 
belsberger'sche Schule geuug klar und verstandlich auszudrucken 
vermogen. 

Die wenigen eigenthiimlichen Bezeichnungen storen nicht 
das Verstandniss, sobald die Gabelsbergerianer wissen, dass die 
Durchkreuzung stets ^uber" die drei Striche „neben, vor, 
unter u bedeuten. ±e ist, und bleibt fiir den Deutschen stetts 



- $0 



eui>e; ,upd es ist keine anstrengepde ( G^jd^Jitms^ache , class 
das Gleichmass dem Vokale a iin Slavisc^Qn ,7^stehe, jjnd je 
statt n ei u zu lesen sei. 

Dass mit vereinten Krafton auf'dem Gebiete 
der slavi sqh^n -S.^qflQg^af ie e\i\e Einheit un d gross e 
Hesitate erz.ielt werden k (inn en, daran, glaube 
ieh, wir,d ( g,e,\viss ^ieniand zweifeln. 



Pojedyrieze zeszy ty tych odczyt6w podhig steno- 

i gram 6 w uczniow szkoly p. Lubina Olewiriskicgo nabyc 

mozna w ksiegarni p. Karola Wilda po 10 cent6w za 

joden zeszyt^